08 Baublog: Baufortschritt Kirschbaummühle Mai 2026

Veröffentlicht am: 02.06.2026

Im Mai standen die Entkernungsarbeiten an der Kirschbaumühle weiterhin im Mittelpunkt. Insbesondere im Bereich der Bodenplatte wurden die Arbeiten umfassend fortgeführt. Durch den Rückbau der Bodenplatte auf ein Niveau von rund 70 Zentimetern unterhalb des ehemaligen Fußbodens wird die notwendige Baufreiheit für die bevorstehende Bohrpfahlgründung geschaffen.

Dabei kamen neben dem bereits im April entdeckten Metalltank zwei weitere bislang unbekannte Funde zum Vorschein. Im Bereich der ehemaligen Mühle wurde ein historischer Sandsteingewölbekeller freigelegt, während im Bereich des Silos ein altes Stromkabel entdeckt wurde, das vermutlich aus den Anfängen des Kraftwerks in den 1930er Jahren stammt. Beide Funde waren in keinem der vorhandenen Bestandspläne verzeichnet.

Aufgrund der Vorgaben der Bodendenkmalpflege wurde das Büro ReVe aus Bamberg mit der archäologischen Begleitung der Arbeiten beauftragt. Nach den Anforderungen des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege wurde der Gewölbekeller fachgerecht dokumentiert. Nach erster Einschätzung stammt der etwa vier Meter lange und rund 1,70 Meter hohe Keller aus dem 18. Jahrhundert und gehörte vermutlich zu einem Vorgängergebäude der heutigen Kirschbaumühle. Wahrscheinlich wurde er während des Umbaus des Gebäudes in den 1930er Jahren vollständig mit Bauschutt verfüllt. Weitere archäologische Funde konnten daher nicht festgestellt werden. Da keine zusätzlichen kulturhistorisch relevanten Erkenntnisse zu erwarten waren, konnte der Keller anschließend zurückgebaut werden. Verzögerungen für den Bauablauf entstanden dadurch nicht.

Auch das freigelegte Stromkabel stellte sich als historischer Fund heraus. Das rund zwölf Zentimeter starke Kabel lag etwa 50 Zentimeter unterhalb der Bodenplatte und stammt vermutlich ebenfalls aus den 1930er Jahren. Da es weder in den Unterlagen des Bayernwerks noch in den Plänen weiterer Versorgungsträger verzeichnet war, wird es im Zuge der Bauarbeiten zurück gebaut.

Mit dem umfangreichen Rückbau von Mauerwerk und Bodenplatte, waren auch einigen Stellen Unterfangungen unter den Bestandswänden notwendig. Das Gebäude wurde immer wieder über die Jahrzehnte erweitert und dies mit unterschiedlichsten Mitteln und Materialien. An manchen Stellen wurde mit Material gespart bzw. war dies von keiner guten Qualität. Lokal mussten daher zusätzliche Betonfundamente neu unter den Mauern eingebracht werden, um ein Absacken der Mauern zu verhindern.

Die ursprünglich für Mitte Mai vorgesehene Bohrpfahlgründung musste auf Juni verschoben werden. Grund hierfür war, dass seitens des ausführenden Unternehmens das erforderliche Material noch nicht in der notwendigen Ausführung auf der Baustelle bereitgestellt werden konnte. Dadurch entstand eine Zeitverzögerung von mehreren Wochen für den weiteren Bauablauf. Gemeinsam mit der ausführenden Firma werden derzeit die nächsten Schritte abgestimmt, um den Baufortschritt möglichst zügig fortzuführen.

Einen erfreulichen Anlass gab es Anfang Mai dennoch: Nach Abschluss der Arbeiten am Notdach fand am 4. Mai gemeinsam mit der ausführenden Firma Dechant ein provisorisches Richtfest statt. Die Zimmererinnen und Zimmerer hielten vom provisorischen Dach aus mehrere traditionelle Richtsprüche und wünschten dem Bauherrn sowie allen am Projekt Beteiligten weiterhin einen erfolgreichen Bauverlauf. Im Anschluss kamen die Beteiligten bei alkoholfreien Getränken und Bratwürsten zu einem kleinen Imbiss an der Kirschbaumühle zusammen.

Ein weiterer Höhepunkt des Monats war der Tag der Städtebauförderung am 9. Mai. Aus diesem Anlass wurde die Baustelle für interessierte Bürgerinnen und Bürger geöffnet und bot spannende Einblicke in den aktuellen Stand der Sanierungsarbeiten. Über die Veranstaltung haben wir bereits in einem gesonderten Beitrag berichtet.