Tag der Städtebauförderung in der Kirschbaummühle
Der bundesweite Tag der Städtebauförderung am 09.05.2026 lud auch wie im vergangenen Jahr interessierte Bürgerinnen und Bürger in die Kirschbaummühle ein. Unter dem Motto „Ein Blick hinter die Bauzäune“ fanden von 11:00 bis 16:00 Uhr mehrere Baustellenführungen in der Kirschbaummühle statt. Da aufgrund von Sicherheitsaspekten die Führungen auf jeweils maximal 15 Personen begrenzt werden mussten, gab es als dauerhafte Alternative eine Ausstellung im ehemaligen Salon der Villa und die Besucherinnen und Besucher konnten sich selbstständig in der Villa umsehen. Die mittlerweile vielfältigen Ausstellungsstücke aus der Historie der Mühle, ihrer letzten Inhaberfamilie sowie Fundstücke aus der Baustelle konnten hierbei vielfältige Geschichten erzählen, welche jeweils mit QR-Code Verlinkung auf unsere Website noch mehr Inhalte für weiterführendes Interesse bereitstellen. Pünktlich zu dem Anlass wurde auch unsere Projektbroschüre „Eine Mühle im stetigen Wandel in die Zukunft“ fertig, in der Historie, Umbauprozess, beteiligte Partner und spätere Nutzung umfassend präsentiert werden.
Herzlich begrüßen durften wir Thomas Engel, Regierungsvizepräsident der Regierung von Oberfranken, der zusammen mit dem Bürgermeister der Stadt Lichtenfels, Andreas Hügerich, der Kirschbaummühle für eine Baustellenführung einen Besuch abstattete.
Ein besonderes Highlight bei allen Führungen stellte ein erst in der Vorwoche unter der Betonbodenplatte gefundener Gewölbekeller dar. Am 29.04. sackte ein Bohrgerät beim Herausbrechen der Bodenplatte 30-40 cm tief ab, als es unter dem Beton das Gewölbe des Sandsteinkellers durchbrach. Der Keller war auf keinen Plänen verzeichnet und stellte daher eine große Überraschung dar. Vermutet wurde bereits der Schatz der Lichtenfelser Stadtkasse, der in der frühen Neuzeit angeblich im Flösserloch versenkt wurde und nie wieder auftauchte. Um den Schatz wieder zu bergen, versuchte die Bevölkerung damals den Nebenarm des Mains, der dort viele Tümpel bildete, frei zu schöpfen – wodurch der Spitzname für die Lichtenfelser entstand – die Tümpelschöpfer bzw. auf Fränkisch „Dümpelschöpfer“. Im Rahmen der Auflagen zur Bodendenkmalpflege wurden die Archäologen des Bamberger Büros ReVe wieder mit eingebunden, den Keller zu untersuchen. Der Keller stammt wahrscheinlich aus der Zeit des Vorgängerbaus der Mühle von 1818, gegebenenfalls ist er auch älter. Er wurde im Zuge des Umbaus 1932 mit Bauschutt verfüllt und zu betoniert. Daher wurden auch keine weiteren Funde im Keller nun gemacht und er kann abgetragen werden. Genau zum Tag der Städtebauförderung war er aber noch sichtbar.
Das positive Feedback über die spannende Führungen nehmen wir gern zu Kenntnis – ebenso das teils negative, dass es noch mehr Führungen hätte geben sollen. Aufgrund der Baustellenverhältnisse mussten diese aus Sicherheitsgründen beschränkt werden. Mindestens am Tag des offenen Denkmals am 13.09.2026 werden wir in diesem Jahr weitere Führungen anbieten, gegebenenfalls auch noch an weiteren Terminen. Über unsere monatlichen Baublogs auf unserer Website, regelmäßige Postings auf unserer Instagram Seite und über unsere Liveschalte der Baustellenkameras, bieten wir interessierten Bürgerinnen und Bürgern aber auch dauerhaft und digital einen Einblick in die Baustelle.
Wir danken allen Besucherinnen und Besuchern für ihr Interesse an dem Projekt und freuen uns auf die nächsten Baustellenführungen!