9 Wochen Praktikum im FADZ – ein Einblick in die Arbeit von Fatima Dakaeva
Vorwort
Mein Interesse an dieser Praktikumsstelle wurde vor allem durch meine Begeisterung für Technik und praktisches Arbeiten geweckt, weshalb mich die Machbar Werkstatt sofort angesprochen hat. Vor meinem Einstieg hatte ich außerdem die Gelegenheit, eine kleine Tour durch das Gebäude zu machen, wodurch ich einen ersten Einblick in die Räumlichkeiten erhielt und mich mit meiner zukünftigen Arbeitsumgebung vertraut machen konnte. Während meines Praktikums wurde ich von meinen beiden Betreuern, Johannes Zeck und Johannes Hajer, sowie den beiden Bundesfreiwilligendienstleistenden Sarah und Arwen stets freundlich aufgenommen. Alle erklärten mir die verschiedenen Arbeitsabläufe verständlich und begegneten mir jederzeit mit großer Geduld und Hilfsbereitschaft.
Da ich zu Beginn meines Praktikums noch wenig Erfahrung mit den meisten technischen Geräten hatte, war es für mich besonders spannend, deren Funktionsweise kennenzulernen und den Umgang mit ihnen Schritt für Schritt zu erlernen. Dabei wurde ich immer wieder ermutigt , Neues auszuprobieren und eigene Wunschprojekte zu entwickeln und umzusetzen. Besonders Johannes Zeck und Sarah Schindhelm zeigten dabei stets großes Verständnis, unterstützten mich geduldig und gaben mir zunehmend die Möglichkeit, selbstständig zu denken und eigene Lösungen zu finden. Ich kann mit Freude sagen , dass mir diese Praktikumsstelle für meinen beruflichen Weg viel gelehrt hat und ich für diese tolle Erfahrung dem ganzen Machbar-Team einen großen Dank ausgeben muss.
Rückblick
Ich hatte das Glück, drei Mal jeweils drei Wochen in der FADZ Machbar verbringen zu dürfen. Zu Beginn meines ersten Praktikumsblocks erhielt ich Einführungen zu den verschiedenen Geräten, wie beispielsweise den Plotter, den Lasercutter und die 3D-Drucker. Hier wurde immer darauf geachtet, dass das lernen auch Spaß macht, indem ich nebenbei bereits erste, eigene, kleine Projekte umsetzen konnte und so einen praktischen Einblick in die verschiedenen Möglichkeiten der Werkstatt bekam.
Bücherhocker
Eines meiner ersten großen Aufgaben war der Prototypenbau eines Bücherhockers im Rahmen eines Workshops mit der Stadtbücherei Lichtenfels. Gemeinsam mit Sarah, einer Bundesfreiwilligendienstleistenden (Bufdi), fertigte ich im FADZ einen Hocker aus ausgedienten Büchern an. Dabei durchliefen wir den gesamten Arbeitsprozess Schritt für Schritt. Zuerst wurden die Holzplatten zugeschnitten und anschließend die Bücher sorgfältig miteinander verschraubt. Durch die Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei entstand ein kreativer Workshop zur Verschönerung der Bücherei. Dieses Projekt gab mir die Möglichkeit, meine neu erlernten Fähigkeiten direkt anzuwenden und erste Erfahrungen in der Planung und Umsetzung eines eigenen Werkstücks zu sammeln.
Flyerständer
Nicht viel Zeit verging, bevor ich die Möglichkeit erhielt, eine eigene Projektarbeit selbstständig umzusetzen. Dafür setzte ich mich zunächst mit den beiden Open-Source-Programmen Inkscape und Tinkercad auseinander. Mithilfe von Inkscape erstellte ich eine Vektorgrafik für das Design des Werkstattschildes, welche anschließend mit dem Lasercutter auf eine zuvor zugeschnittene Holzplatte graviert wurde. Mit Tinkercad konstruierte und bearbeitete ich die benötigten Dateien für die Flyerständer, die danach mit den 3D-Druckern gefertigt und am Schild befestigt wurden. Das fertige Werkstück befindet sich nun an der Eingangstür unserer Werkstatt und ist ein sichtbares Ergebnis meiner eigenen Arbeit. Durch dieses Projekt konnte ich nicht nur meine handwerklichen Fähigkeiten gezielt einsetzen und weiterentwickeln, sondern auch wertvolle Erfahrungen im Umgang mit digitalen Konstruktions- und Designprogrammen sammeln.
Baumhaus für den Kindererlebnistag
Das Projekt, das mir während meines Praktikums am meisten Freude bereitet hat, war der Bau eines Baumhauses aus Karton in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei Lichtenfels als Vorbereitung auf den Kindererlebnistag. Zunächst entwickelte ich einen kleinen Prototypen aus Kartonresten, um meine Idee umzusetzen und die Konstruktion zu testen. Nach einer kurzen Absprache mit den Mitarbeitern der Bücherei erhielt ich die Zustimmung, das Baumhaus in größerer Form umzusetzen. Für die Umsetzung benötigte ich deutlich größere Kartonplatten, die ich passend zuschnitt und zu einem etwa 1,50 Meter großen Häuschen zusammensetzte. Besonders viel Spaß bereitete mir die Gestaltung der Außenseite. Mit selbst gebastelten Ästen und Blättern aus Karton sowie einer aufgemalten Holzstruktur konnte ich das Häuschen so verzieren, dass es optisch einem echten Baumhaus ähnelte. Dieses Projekt hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, die einzelnen Arbeitsschritte sorgfältig zu planen, um ein sauberes und zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen. Außerdem habe ich gelernt, wie entscheidend eine gute Absprache mit den Auftraggebern ist, damit die Vorstellungen und Anforderungen richtig umgesetzt werden können. Darüber hinaus wurde mir bewusst, welchen großen Nutzen Prototypen haben, da sie helfen, Ideen zu überprüfen, Fehler frühzeitig zu erkennen und Verbesserungen vorzunehmen.
Persönlich hat es mir gezeigt, wie viel Freude es bereitet, eigene Ideen in die Realität umzusetzen und am Ende ein fertiges Ergebnis vor sich zu sehen. Da es mein bisher größtes, eigenständiges Projekt war, bin ich besonders stolz auf das Ergebnis und freue mich darauf, das fertige Baumhaus beim Kindererlebnistag im Einsatz zu sehen.
Reflektion
Insgesamt hat mir das Praktikum bei der FADZ Machbar in Lichtenfels sehr gut gefallen. Ich konnte in den vergangenen Wochen zahlreiche neue Erfahrungen sammeln und viel dazulernen – nicht nur im praktischen Bereich, sondern auch auf sozialer Ebene. Zu Beginn meines Praktikums war ich noch etwas zögerlich bei der Bearbeitung der Aufträge. Im Laufe der Zeit wurden die Arbeitsabläufe jedoch immer vertrauter und routinierter. Dank der offenen und verständnisvollen Art des Machbar-Teams habe ich mich schnell wohlgefühlt. Ich wurde herzlich in das Team aufgenommen und aktiv in verschiedene Aufgabenbereiche eingebunden.
Alle Arbeitsschritte wurden mir ausführlich erklärt, und bei Fragen nahm man sich stets Zeit für mich. Dadurch konnte ich mein Wissen und mein Interesse an der additiven Fertigung sowie den richtigen Umgang mit verschiedenen Werkzeugen und Materialien erweitern. Durch die Unterstützung der Betreuer und der beiden Bundesfreiwilligendienstleistenden konnte ich mich an verschiedene Programme wie Blender und Inkscape heranwagen sowie den Umgang mit Maschinen und Werkzeugen, beispielsweise Handbohrern und Schleifmaschinen, erlernen. Diese Erfahrungen werden mir sowohl für meine weitere berufliche Laufbahn als auch für meine persönliche Entwicklung in Zukunft von großem Nutzen sein. Insgesamt konnte ich viele wertvolle Eindrücke gewinnen, neue Fähigkeiten erwerben und zahlreiche Erfahrungen sammeln.
Ein Praktikum bei der Machbar würde ich auf jeden Fall weiterempfehlen!
Ergänzung der Prakitkumsstelle:
Fatima Dakaeva besucht die 11. Klasse der Montessori FOS in Kronach im Fachzweig Gestaltung. In einem Schuljahr müssen die SchülerInnen drei mal drei Wochen Praktikum bei einem Unternehmen oder einer Organisation ableisten. Fatima bewarb sich im März bei uns im FADZ Zweckverband und war vom 09.-27.03.2026, 04.05.- 22.05.2026 und vom 29.06. – 17.07.2026 zum Praktikum im FADZ.